Sophia Hülsers, MA

Sophia Hülsers, MA - Hochschule Niederrhein

Weltschmerz – Hochschule Niederrhein

Ein Gefühl, das zwischen Sehnsucht und Ernüchterung oszilliert – Weltschmerz fängt die tiefgreifende Melancholie ein, die aus der unversöhnlichen Dualität zwischen Wunsch und Wirklichkeit erwächst. Kontraste aus Licht und Dunkelheit, Schwere und Leichtigkeit machen die innere Spannung spürbar, die jeden von uns begleitet. Warum sehnen wir uns nach Gemeinschaft und führen doch Kriege? Wieso zerstören wir unsere Umwelt, obwohl wir tief in uns Naturverbundenheit empfinden? Warum unterdrücken wir Individualität, obwohl sie unser höchstes Gut ist? Das Konzept macht diesen ewigen Kreislauf aus Hoffnung, Desillusionierung und stiller Melancholie greifbar – wie der Moment, in dem unaufhaltsamen Wellen des Meeres auf harte Felsen treffen.

WAR – Zerbrechlicher Schutz inmitten der Überwältigung

Unvollständige Formen und transparente Elemente vermitteln eine trügerische Sicherheit – ein Schutz, der nur Illusion ist. Oversized-Silhouetten verstärken das Gefühl der Überwältigung, während die Unvollkommenheit die Zerbrechlichkeit von Frieden und Sicherheit entlarvt.

UNITY – Stärke in Vielfalt

Denim, robust und zeitlos, erscheint in unterschiedlichen Farben, doch bleibt im Kern dasselbe. Patchwork-Elemente und sichtbare Steppnähte symbolisieren Verbundenheit trotz Unterschiedlichkeit. Strick-Accessoires verleihen Wärme – ein Sinnbild für Geborgenheit in Gemeinschaft.

FADING NATURE – Das Verschwinden der Schutzräume

Ein Druck inspiriert von sterbenden Steinkorallen zeigt den Verlust eines lebenswichtigen Ökosystems. Der Oversize-Strickpullover mit organischen, fallenden Maschen verkörpert den schwindenden Schutz – gleichzeitig wärmend und fragil. Die schwere Silhouette erinnert an die Last der Zerstörung. BIOPHILIA – Magie der Naturverbundenheit Ein Print, inspiriert von leuchtendem Plankton, fängt die ungreifbare Schönheit der Natur ein. Das fließende, leichte Top versinnbildlicht das Mystische eines Naturphänomens, das uns fasziniert und verbindet.

ALIENATION – In der Masse verschwinden

Ein vollständiger Schutz, der zum Gefängnis wird. Der lange Turtleneck unterdrückt die Stimme, der Faltenrock verwischt Identität und Gender. Oversized-Formen verstärken das Gefühl von Schwere – das Sich-Verlieren in einer Gesellschaft, die Individualität verschluckt. INDIVIDUALITY – Strahlende Selbstbestimmung Rein, leuchtend, unübersehbar Weiß als Symbol der Klarheit und Leichtigkeit. Die verspielten Details unterstreichen die Freude an der eigenen Einzigartigkeit, ein Kontrast zu den Fesseln der Anpassung.

Selbstdarstellung:

Mode ist für mich mehr als Gestaltung – sie ist Sprache. Eine Sprache, die Fragen stellt, aufrüttelt, verbindet. Sie kann laut oder leise sein, aber niemals neutral. Ich sehe Mode als ein Medium, das gesellschaftliche Themen sichtbar macht – als Ausdruck von Identität, Vielfalt und Wandel. Kleidung sollte Menschen umarmen, nicht einengen. Sie sollte sich an Körperformen orientieren, nicht an Geschlechtern oder Normen. Mein kreativer Antrieb war schon immer das Schaffen neuer Perspektiven. Deshalb habe ich Bekleidungstechnik mit Schwerpunkt Produktentwicklung an der Hochschule Niederrhein studiert, gefolgt von einem Master in Textile Produkte mit dem Fokus auf Bekleidung. Dort habe ich mich auf den Einsatz von 3D-Technologien in der Mode spezialisiert – weil ich daran glaube, dass Innovation unser stärkstes Werkzeug ist, um Mode neu zu denken: nachhaltiger, inklusiver, freier. Ich gestalte keine Kleidung für Schubladen – ich gestalte Kleidung für Menschen.