Sara Makalic - Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Von Code zu Couture – Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Zur Person Sara Makalic
Ich bin 3D-Designerin mit einem Hintergrund in Modedesign und studiere parallel Künstliche Intelligenz. Bereits während meines Bachelorstudiums in Modedesign habe ich ein starkes Interesse an algorithmischen Systemen, digitalen Produktionsprozessen und der Rolle von KI im kreativen Arbeiten entwickelt.
Ab dem fünften Semester habe ich mein gestalterisches Studium mit einem zweiten Studiengang in Künstlicher Intelligenz verknüpft, um technologische Kompetenz mit mathematischer Tiefe zu verbinden.
Mein Fokus liegt auf der Überschneidung von Mode, Digitalisierung und visueller Macht, mit besonderem Interesse an der Frage, wie künstliche Intelligenz nicht nur als Werkzeug, sondern als Mitgestalterin ästhetischer und gesellschaftlicher Prozesse auftritt. In meinen Arbeiten verbinde ich 3D-Tools, Mashine-Learning, kritische Analyse und spekulatives Design. In einer Zukunft, in der Bilder beliebig manipulierbar sind, stellt sich zunehmend die Frage: Wird es ein neues Gütesiegel geben müssen – „MADE BY HUMAN“ – um das Echte überhaupt noch kenntlich zu machen?
Zur Kollektion – „Die unsichtbare Hand des Algorithmus“
Die Abschlussarbeit „Die unsichtbare Hand des Algorithmus“ ist eine vollständig digitale, politisch aufgeladene Kollektion an der Schnittstelle von Mode, Macht und künstlicher Intelligenz.
Im Zentrum stehen digital erschaffene Avatare realer Politiker:innen, für die in CLO3D individuell entworfene Kleidung entstand. Die Avatare wurden animiert, stilisiert und zu Projektionsflächen einer zentralen Frage gemacht:
Was passiert mit unserer Welt, wenn Bilder sich grenzenlos verändern lassen? Welche Realität bleibt bestehen – und welche Welt erschaffen wir dann?
Die Arbeit ist nicht nur ein gestalterisches, sondern auch ein ethisches Statement. Sie untersucht, wie künstliche Intelligenz den Designprozess verändert – nicht durch einfache Automatisierung, sondern durch schleichende Eingriffe in unsere Wahrnehmung von Echtheit, Autorschaft und Wahrheit.
Über 2.000 Dateien in 81 Ordnern dokumentieren einen komplexen Entstehungsprozess, der keine schnellen KI-Prompts nutzt, sondern tiefes Wissen, unzählige Entscheidungen und digitale Handarbeit erfordert.
„Die unsichtbare Hand des Algorithmus“ ist eine Einladung zur Auseinandersetzung: mit dem, was wir sehen, dem, was wir glauben – und dem, was wir künftig nicht mehr unterscheiden können.